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Diskotheken ![]() "Break on through to the other side". Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken im Weser-Ems-Gebiet in den 1960er, 70er und 80er Jahren
Im Vordergrund der Darstellung stehen dabei die Diskotheken und Clubs, die der Rockmusik verbunden waren und sind. Es werden aber auch diejenigen Protagonisten und Orte in den Blick genommen, die an der frühen Popularisierung dieser Musik ihren Anteil hatten: die Beatbands und die Tanzschuppen, in denen sie auftraten. Die AusstellungDie Ausstellung beschäftigt sich mit den Stätten, die vor allem der Rock'n'Roll-, Beat- und Rockmusik verbunden waren und gerne mit Begriffen wie Progressiv, Underground oder Subkultur umschrieben werden. Viele dieser Lokalitäten des Weser-Ems-Gebietes, die zunehmend in Vergessenheit geraten sind oder bereits nicht mehr existieren, werden porträtiert. Zum Beispiel das Old Inn (Aurich), das Alte Fehnhaus (Ostgroßefehn), der Newtimer (Zetel) oder das Tiffany, der Etzhorner Krug, das Ede Wolf, das Renaissance (alle Oldenburg) sowie die Scala und das Charts (Oldenburger Münsterland). Dabei wird den verschiedenen Facetten des Phänomens "Disko" nachgespürt, denn unabhängig von ihrer Ausrichtung war die "Disko" nicht einfach nur ein Ort, der von Jugendlichen zum Tanzen aufgesucht wurde, sondern ganz im Gegenteil ein komplexes Gesamtgefüge aus Musik, Mode und Lebensgefühl. Vor allem in den 1970er und 80er Jahren waren Musikclubs und Diskotheken Orte, an denen Jugend stattfand. Ungewöhnliche Persönlichkeiten und zum Teil skurrile Protagonisten prägten die Lokale und Diskotheken jener Jahre. In einer Reihe von Interviews, die als Film in der Ausstellung zu sehen ist, kommen viele Zeitzeugen zu Wort. Emil Penning (Tiffany), Manni Dieks (Ede Wolf), Otto Sell (DJ) und Rio de Luca (Whisky a GoGo), Sven Rogall (Meta) sowie Wolfgang Schönenbergs Mutter und Nachlassverwalterin erzählen aus ihrem Leben in und mit der Disko und verleihen dem Thema mit ihrer plastischen Authentizität eine weitere Dimension. Musik, Licht und ModeMusik spielt auch in der Ausstellung eine zentrale Rolle. So kann sich der Besucher über 20 Live- und Studioaufnahmen diverser Beatbands aus der Weser-Ems-Region aus den 1960er Jahren anhören. Sämtliche Aufnahmen sind bisher unveröffentlicht und als echte Entdeckung selbst in der einschlägigen Beat-Szene weitgehend unbekannt. Ein Info-Terminal mit einer Musik-Auswahl, die von Diskjockeys nach ihrem damaligen Programm zusammengestellt wurde, macht Begegnungen mit dem musikalischen Horizont der Zeit möglich. So wird Musik zu hören sein nach Otto Sell's "Playlist" aus dem Ede Wolf, aus den Top 100 der Scala nach Wolfgang Schönenberg und eine Auswahl von Rainer Urbschat aus dem Mehrsparten-Programm des Renaissance. In vielen Diskotheken liefen so genannte "Lightshows", die den Hörgenuss und die Wirkung der Musik noch intensivieren konnten und manche Lokalität durchaus zu einem "Gesamtkunstwerk" werden ließen. Neben der Musik spielen Kleidungsverhalten und die modische Ausrichtung eine Rolle, an deren Ausformung die Diskotheken einen Anteil trugen. Subtiler dagegen zeigte sich der Einfluss auf die Kommunikationsformen oder auch die Körperlichkeit mit "cooler" Gestik, Mimik und Pose. Und natürlich stehen viele Diskotheken auch für einen lockeren und ungebremsten Umgang mit Drogen aller Art, zum Beispiel in Form von Alkohol, Haschisch oder synthetischen Substanzen. Inzwischen wurde die Ausstellung bis zum März 2010 verlängert und um die Ausstellung "Sounds des Underground in Weser – Ems" mit LPs der Zeit zwischen 1966 und 1976 ergänzt. Mit der Präsentation von 180 LPs und einem Begleitband möchte das Schlossmuseum Jever den vielen Nachfragen nach der Musik des genannten Zeitraums entsprechen und vor allem etwas von dem dokumentieren, was das (rock-)musikalische Geschehen in den "alternativen" Diskotheken der hiesigen Region der ausgehenden 1960er und der 1970er Jahre bestimmte.» Katalog |
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